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Fakeshops als Gefahr für Unternehmen: IT-Sicherheit und kaufmännische Risiken

Lesezeit: 5 Minuten

Auch Unternehmen und Steuerberater im Visier

Fakeshops zählen zu den schnell wachsenden Bedrohungen und das auch für Unternehmen und Steuerberaterkanzleien. Was vor wenigen Jahren noch als Randphänomen des privaten Online-Handels galt, ist heute ein ernstzunehmendes Risiko für die gesamte Geschäftswelt.

Neben dem primären Ziel der Gelderschleichung geraten über diese Fakeshops zunehmend auch sensible Unternehmensdaten ins Visier von Cyberkriminellen. Die Methoden sind so ausgefeilt, dass nicht nur Privatpersonen, sondern auch erfahrene Mitarbeitende und ganze Organisationen Opfer werden – mit erheblichen Konsequenzen für IT-Sicherheit und Finanzen.

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Mitarbeitende als Einfallstor: Bestellungen im Fakeshop

Gerade im Arbeitsalltag werden Mitarbeitende mit verlockenden Angeboten konfrontiert. Die Bestellung dringend benötigter Büromaterialien, Elektronik oder Ersatzteilen über scheinbar seriöse Onlineshops passiert inzwischen oft in Eigenregie – auch per Firmenaccount oder Firmenkreditkarte. Fällt die Ware aus, ist nicht nur der finanzielle Schaden auf Seiten des Unternehmens zu bilanzieren. Viel kritischer ist jedoch ein möglicher Datenabgriff: Zahlungsdaten, Adressinformationen und Kommunikationsdaten, oft gepaart mit internen Informationen (z.B. Rechnungsanschriften, Ansprechpartner), landen ungefiltert in den Händen der Betreiber – und werden für weitergehende Angriffe, Identitätsdiebstahl oder gezielte Phishing-Kampagnen genutzt.

Fakeshops als Einfallstor für Schadsoftware

Die Gefahr geht längst nicht nur vom eigentlichen Einkauf aus. Fakeshops werden gezielt so aufgesetzt, dass bereits der bloße Seitenbesuch eine Gefahr darstellt. Über manipulierte Webseiten werden Schadprogramme wie Trojaner, Ransomware oder Keylogger verteilt, oft versteckt hinter harmlosen Downloads oder betrügerisch integrierten „Tracking-Tools“.

Ein unachtsamer Klick genügt, und das gesamte Firmennetzwerk kann betroffen sein. Besonders kritisch sind Systeme in Steuerberaterkanzleien oder Unternehmen, die privilegierte Zugänge zu Mandantendaten und Fachanwendungen bieten.

Phishing und Identitätsmissbrauch

Fakeshops sind häufig eng mit Phishing-Kampagnen vernetzt. So erhalten Unternehmen gezielte E-Mails, in denen scheinbar offene Bestellungen, Rechnungen oder Sicherheitsbenachrichtigungen von (tatsächlich betrügerischen) Shops vorgegaukelt werden. Ziel ist das Abgreifen von Zugangsdaten oder das Einschleusen von Links zu befallenen Webseiten.

Besonders gefährlich: Kriminelle nutzen sogar öffentlich zugängliche Informationen etwa zu Lieferanten oder Geschäftspartnern, um ihre Fakeshops glaubwürdig erscheinen zu lassen – inklusive passender Firmennamen, Logos und Impressumsdaten.

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Datendiebstahl und Folgeschäden

Werden im Rahmen eines Fakeshop-Angriffs die Geschäftsadresse, Bankverbindung, USt-ID oder personenbezogene Mitarbeiterinformationen abgegriffen, drohen weitreichende Folgeschäden: Weiterverkäufe im Darknet, Social-Engineering-Angriffe auf Geschäftsführungsebene und sogar gezielte Wirtschaftsspionage sind möglich.

Infektion der IT-Infrastruktur

Mit dem Besuch kompromittierter Fakeshops oder dem Öffnen von manipulierten E-Mail-Anhängen steigt das Risiko einer Infektion der Unternehmensnetzwerke mit Schadsoftware. Sicherheitsexperten warnen vor einer Zunahme von Fällen, in denen komplette Systeme verschlüsselt oder ausgespäht wurden – mit massiven Kosten für Wiederherstellung, Umsatzverluste und Meldepflichten nach DS-GVO.

Finanzielle Schäden und Vertrauensverlust

Neben dem unmittelbaren finanziellen Schaden durch Verlustzahlungen ergeben sich weitergehende Kosten durch IT-Forensik, Rechtsberatung und Reputationsmanagement. Besonders gefährdet sind Unternehmen, bei denen Mitarbeitende eigenständig einkaufen oder Beschaffungsprozesse dezentral ablaufen.

Die Rückholung unberechtigter Zahlungen scheitert häufig, da die Betreiber von Fakeshops im Ausland agieren und rasch wechselnde Domains nutzen.

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Schutzmaßnahmen: Was Unternehmen konkret tun können

  • Sensibilisierung der Mitarbeitenden: Regelmäßige Schulungen über neue Betrugsmaschen, Kriterien zur Erkennung von Fakeshops sowie Verhalten im Falle eines Verdachtsfalls.
  • Technische Vorkehrungen: Einsatz aktueller Anti-Viren- und Webfilter-Lösungen, die bekannte Fakeshops blockieren und vor manipulierten Inhalten schützen. Zentral gesteuerte Updates und ein restriktives Rechte- und Freigabekonzept erschweren die Einschleusung von Schadsoftware.
  • Prozesse und Kontrollen: Zentralisierung der Beschaffung und Zahlungsfreigaben, Einführung von Whitelists für bekannte Onlineshops und die verpflichtende Kontrolle neuer Anbieter oder außergewöhnlich günstiger Angebote.
  • Prävention und Incident-Response: Definition klarer Meldewege und Sofortmaßnahmen bei Verdachtsfällen (wie z.B. das Sperren von Firmenkreditkarten), sofortige Änderung betroffener Zugangsdaten sowie Beauftragung forensischer Analysen bei Anzeichen eines IT-Sicherheitsvorfalls.
  • Auf dem Laufenden bleiben: Aktive Verfolgung von Warnungen durch offizielle Stellen (BSI, Polizei, Branchenverbände) und laufende Bewertung der eigenen IT-Sicherheitslage.

Höchste Wachsamkeit und Prävention sind unerlässlich

Fakeshops und ihre Nebeneffekte – vom Datenklau bis zur IT-Infiltration – sind eine ernsthafte Bedrohung für Unternehmen und Steuerberaterkanzleien. Die Methoden der Cyberkriminellen werden immer ausgereifter, die Masse der Angriffe nimmt weiter zu. Wer die Gefahren unterschätzt oder auf Schutzmaßnahmen verzichtet, riskiert empfindliche finanzielle Schäden, den Verlust sensibler Daten. Vorsicht und proaktive Sicherheitsmaßnahmen bleiben die beste Verteidigung gegen die professionellen Methoden moderner Cyberkrimineller.

Das Team von MC-Netzwerke betreut Steuerberater, Unternehmen und andere Organisationen bundesweit im Bereich Digitalisierung und unterstützt diese auch im Bereich IT-Sicherheit und Cloud-Lösungen. Nehmen Sie einfach mit uns Kontakt auf und wir erstellen Ihnen gerne ein praxisnahes und individuelles Angebot.

Dieser Artikel dient zur allgemeinen Erstinformation, ersetzt keine fachliche und individuelle Beratung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollten Sie sich unsicher sein, ob Ihre IT-Lösung Schwachstellen hat, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf.

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